Grünkohl-Palme

Mit der Natur wird es nie langweilig. Sie lässt sich immer wieder verrückte Sachen einfallen, mit denen sie den Hobbygärtner überrascht…

So wie die Grünkohl-Palme, die ich gestern neben der Brombeere entdeckte. Grünkohl hatte ich in dieser Saison gar nicht gesät, er muss also wieder ausgetrieben sein. Und da hat er sich gestreckt und gestreckt – über einen Meter lang ist der Stängel. Und einige erntefähige Blätter sind auch dran 😀.

Der Grünkohl, der eine Palme sein möchte
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Zierquitten: zum Beispiel Kuchen

Im Garten wächst ein Zierquittenstrauch. Zuverlässig blüht er schön im Frühjahr und entwickelt hübsche, duftende, leuchtend gelbe Früchte im Herbst. Für diese bin ich immer auf der Suche nach Verwertungs-Möglichkeiten. Sie sind extrem sauer, mehr als Quitten. Deswegen kann man ein Mus oder Saft, das oder den man daraus kocht, sehr gut als Säuerungsmittel verwenden. Ein bisschen genügt schon. Ein Quittenbrot habe ich auch einmal davon hergestellt, war aber nicht übermäßig davon begeistert.

Nun stand im Zeit-Magazin ein Rezept für Quitten-Mohn-Kuchen (danke, liebe Macher!). Das wollte ich auch ausprobieren. Da sie eben normale Quitten für das Rezept verwendet haben, dachte ich, ich müsste die Säure etwas abmildern. So habe ich sie in Viertel geschnitten und in Zuckerwasser einmal aufgekocht und einen Tag stehenlassen. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden: Sie haben nun im Kuchen eine angenehme Säure. Außerdem hatte ich nur 4 Eier da statt 6. So habe ich noch eine Banane hineingegeben, wie es die Vegan-Bäcker tun. Das passt auch gut, weil sich die Süße der Banane gut mit der Säure der Quitten ergänzt. Mandelmehl wie angegeben hatte ich auch nicht da, so habe ich Dinkel-Vollkornmehl verwendet. Letztendlich sah mein abgewandeltes Rezept dann so aus:

Zutaten:

6-8 Zierquitten

4 Eier

1 Banane

200 g Zucker

200 g weiche Butter

Mark von 1/3 Vanilleschote

50 ml Sahne

30 ml Milch

Mohn und Mehl nach Bedarf…

Zubereitung:

Am Vortag die Quitten vierteln und das Kerngehäuse entfernen. In Zuckerwasser aufkochen, anschließend so stehenlassen.

Am nächsten Tag die Quitten aus dem Zuckerwasser nehmen und in kleine Stücke schneiden.

Butter und Zucker verrühren. Banane klein schneiden und hinzugeben. Eier schlagen und hinzugeben, alles verrühren. Vanillemark, Sahne und Milch ebenfalls. Mohn mit etwa gleich viel Mehl vermischen und ebenfalls hinzugeben und verrühren. Der Teig sollte eine zähflüssige Konsistenz haben. Falls er zu flüssig ist, Mehl hinzufügen. Zum Schluss die Quittenstücke unterrühren.

Backofen auf 165 Grad Umluft vorheizen. Eine Backform einfetten, den Teig hineingeben. Im vorgeheizten Backofen zirka 50-60 min backen.

Der Kuchen ist schön saftig, schmeckt mindestens interessant und ich finde, sogar gut ;).

Kuchen aus Zierquitte und Mohn

Rhabarber-Porree-Tarte mit Topinambur-Chips

Am Anfang war das Bier. Es verschalte traurig in seiner angebrochenen Flasche im Kühlschrank dahin, bis ich irgendwann den Punkt erreicht sah, an dem man es nicht mehr trinken, aber immer noch zum Kochen verwenden könnte. Am Ende dann war nor ein wönziger Schlock Bier in dem Teig, den ich auch nicht herausgeschmeckt habe, aber es war trotzdem lecker.

Außer dem Bier warteten noch mehrere Butterkekse auf eine sinnvolle Verwendung. Und aus dem Garten konnte ich Porree, Topinambur (vom letzten Jahr) und Rhabarber (höchst aktuell) beisteuern. So hat diese Tarte (und das klingt doch viel eleganter als „Auflauf“…) sauer, herzhaft und süßlich geschmeckt.

Zutaten:

Für den Teig:

Ca. 15-20 Butterkekse

Etwas Bier

Ein großes Ei

Für die Masse:

2 große Eier

Frischkäse und/oder Naturjoghurt

1-2 Stangen Rhabarber, je nach Größe

1 dünne Stange Porree

Etwa 2 Handvoll Topinambur

Pfeffer

Käse zum Bestreuen (ich habe Cheddar verwendet)

Zubereitung:

Teig:

Die Kekse in ein Trockentuch einschlagen. Mit dem Nudelholz zerkrümeln. Das Ei in einer Schüssel verquirlen. Kekskrümel und Bier hinzugeben, alles vermischen. Eine Auflaufform mit Olivenöl bestreichen. Den Teig hineingeben und vorbacken, bis er nicht mehr ganz flüssig ist.

Masse:

Eier verquirlen. Frischkäse, Joghurt und Pfeffer hinzugeben. Topinambur schälen und in dünne Scheiben schneiden. Rhabarber und Porree in Stücke schneiden und unter die Masse rühren. In die Auflaufform geben. Mit Käse bestreuen. Topinamburscheiben obenauf legen.

Bei 180 Grad backen, bis alles schön bräunt.

Die Topinambur-Scheiben schmecken leicht süßlich…

Rhabarber-Käsekuchen

Rhabarber mag Kuchen. Oder so.

In diesem Jahr wächst der Rhabarber ganz wunderbar. Endlich scheint er sich etabliert zu haben! 😀

Bestimmt will ich ihn auch noch in herzhaften Varianten genießen, aber die Säure harmoniert einfach so hervorragend mit Süßem, dass ich erst einmal einen Kuchen backen musste.

Als Basis habe ich einen einfachen Rührteig genommen. Und da ich mir die Mengenverhältnisse immer noch nicht merken kann, habe ich dabei auf das Grundrezept aus dem Goldenen „Backen!“ von GU zurückgegriffen:

250 g weiche Butter

250 g Zucker

250 g Mehl

4 Eier

1 TL Backpulver

Beim Lesen habe ich gelernt, dass Rührteig „Eischwerteig“ genannt wird – denn die Zutaten berechnen sich nach dem Gewicht der Eier. (Aha. Eigentlich gar nicht so kompliziert…) So ist mir auch erst anschließend aufgefallen, dass das Rezept eigentlich 300 g Mehl vorsieht. 250 waren aber eindeutig genug.

An dieser Stelle meine Tipps für einen fluffigen Teig – aus meiner bisherigen Backerfahrung ;-):

1. Das Mehl sieben.

2. Eher zu viel als zu wenig Backpulver.

3. Die Eier trennen, das Eiweiß zu Eischnee schlagen und ganz am Ende unterheben.

Somit für den Rührteig erst Eigelb verquirlen, dann Zucker, dann Butter hinzugeben. Dann Mehl mit Backpulver hinein geben und zum Schluss den Eischnee.

Für den Guss habe ich den Rhabarber in Stücke geschnitten. Dann eine wilde Mischung aus Frischkäse, Naturjoghurt, Vanillejoghurt und Vanillezucker sowie Puderzucker hergestellt und mit dem Rhabarber vermengt.

Den Kuchen habe ich 50 min bei 180 Grad und weitere 30 min bei 120 Grad gebacken. (Vielleicht wären 160 Grad sinnvoller gewesen.)

Das Ganze kann man natürlich auch mit Mürbeteig backen und eine dickere Käsehaube herstellen. Ich empfehle aber auf jeden Fall etwas Vanille zum Rhabarber.

Chinesischer Beifuß

Wer ein Kraut in seinen Garten holen möchte, das wächst und wächst und wächst, und zwar in die Höhe und breitflächig, dem empfehle ich Chinesischen Beifuß. Ich hatte es als Umrandungs-Kraut für ein Beet gesät. Doch sich brav in eine Reihe zu stellen, ist seine Sache nicht. Vielmehr wuchert er über Wurzelausläufer mal eben das komplette Beet zu.

Beetumrandungs-Missverständnis zwischen mir und dem Chinesischen Beifuß

Also galt es zur Verwertung zu schreiten. Ich hatte schon mal ein Blättchen probiert und wusste somit, dass der Chinesische Beifuß eher nicht als Rohkost gegessen werden sollte. Ich befragte das Internet, und tatsächlich: In China zerstößt man ihn im Frühling zu einer Paste, mischt diese mit Klebreismehl und windet diesen Teig um ein Rote-Bohnen-Mus. Qingtuan nennen sich diese Teigtaschen.

Ich habe das Ganze (na gut, aus Faulheit…) eingedeutscht. Den Beifuß habe ich im Mixer kleingeschreddert und ihn in einen Pfannkuchenteig gegeben. Dazu dann schwarze Trockenbohnen gekocht und nur Frischkäse daran gegeben.

Fazit: So schmeckt der Chinesische Beifuß durchaus und gar nicht aufdringlich.

Da er auch als Hustenkraut gilt, habe ich mir auch einen Tee mit einigen Blättern aufgegossen. Den habe ich nur ca. 2 Minuten ziehen lassen und ihn beim Trinken als wohltuend empfunden.

Bierbrot-Frikadellen

Dieses Rezept gehört in die Kategorie „Resteverwertung“. Tatsächlich ist es aus der (bitteren, bitteren) Not heraus entstanden, als nämlich sich nach einem Spaziergang durch Sturm und Matsch im Ferienort herausstellte, dass der örtliche Bäcker gerade Betriebsferien machte. Also musste improvisiert werden – mit altem, hartem Brot und Bier. Auch hatte ich noch Eier, Zwiebeln und Kräuter in der Ferienwohnung.

Wieder zu Hause, wollte ich statt der Zwiebeln Porree aus dem eigenen Hochbeet verwenden. Leider steckte er in der festgefrorenen Erde fest. Somit ist nur der Salbei aus dem Garten.

Zutaten:

Altes Brot

Bier

Eier (2 oder mehr)

Zwiebeln (o.ä.)

Salbei o.a. aromatische Kräuter

Zubereitung:

Brot in kleine Stücke reißen (falls möglich), in eine Schüssel geben und mit Bier übergießen. Einweichen lassen.

Zwiebeln klein schneiden und anbraten, bis sie bräunen – sie sollen ja gut Geschmack an die Frikadellen geben. Kräuter klein hacken. Eier schlagen. Kräuter und Zwiebeln hineingeben.

Brot gut ausdrücken (wichtig, sonst wird alles zu nass) und ebenfalls dazugeben.

In einer Pfanne als Frikadellen anbraten.

Dazu passt z.B. eine Pilzsoße. In der Ferienwohnung hatte ich nur Kräuter-Frischkäse da – geht auch.